Lebhafte Erinnerungen an aufregende Zeiten

Emden. Am Sonntag, 11. Februar, lädt die Kunsthalle um 12.30 Uhr zur ersten Veranstaltung für ihre neue Ausstellung „Bilder wie Energiemaschinen. Otto van de Loo zum Hundertsten“ (bis 12. Mai) ein. Kuratorin Kristin Schrader führt im Atrium ein öffentliches Gespräch mit Künstlerin E. R. Nele und Galeristin Marie-José van de Loo.

E. R. Nele in ihrem Studio in Frankfurt am Main 2021. Bild: Katharina Dubno

„Es dürfte spannend und unterhaltsam werden, wenn E. R. Nele, heute 91 Jahre alt, von den aufregenden Jahren Ende der 50er in der Kunstszene Münchens berichtet“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Kunsthalle. Nele habe den künstlerischen Aufbruch in Deutschland und Europa als junge Künstlerin miterlebt, und sie arbeite auch heute noch jeden Tag in ihrer Werkstatt an großen Metallskulpturen.

Zudem sei Nele die Tochter von Arnold Bode, dem Begründer der documenta in Kassel. Bodes (wie auch van de Loos) Intention sei es damals gewesen, an die internationale Kunst anzuknüpfen und den Nachholbedarf Deutschlands für die „verlorenen Jahre“ des Nationalsozialismus wettzumachen.

Die Galeristin Marie-José van de Loo ist die Tochter von Otto van de Loo. Er hatte 1957 in der Münchener Maximilianstraße seine Galerie gegründet und sie 1997/1998 seiner Tochter übergeben. Marie-José van de Loo eröffnete dann 1998 eigene Räume. Mit neuen Positionen habe sie das Programm ihres Vaters erweitert, gleichzeitig aber auch weiter mit Künstlern seiner „alten“ Galerie zusammengearbeitet. Wie dieser habe sie sich als Pilotgaleristin verstanden, die junge oder vergessene Künstler über einen längeren Zeitraum und unabhängig von schnellen Markterfolgen begleitete.

E. R. Nele (Jahrgang 1932) absolvierte ihre künstlerische Ausbildung in Berlin, London und Paris. Ab Ende der 1950er lebte sie zunächst in München und anschließend in Zürich, seit 1965 in Frankfurt am Main. Sie hatte Lehraufträge für Metallskulptur in Salzburg, Frankfurt am Main und Gießen, war Teilnehmerin der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964. Eine ihrer bekanntesten Arbeiten ist die Installation Die Rampe auf dem Gelände der Universität in Kassel, ein Mahnmal für die Deportierten und Opfer des Holocaust und des nationalsozialistischen Regimes.

► Eintritt: Ist in der Museumsgebühr enthalten