Vortrag über Emden im 17. Jahrhundert

Emden. Am 20. Februar lädt 1820dieKUNST um 19 Uhr zu einem Vortrag des gebürtigen Emders Dr. Benjamin van der Linde in den Rummel des Rathauses am Delft ein. „Macht, Glanz und Kaufmannsgeist. Emden im 17. Jahrhundert“ ist die Veranstaltung übertitelt, den die Programmkommission der KUNST organisiert hat.

Entstand im 17. Jahrhundert zum Schutz der Stadt: der Wall

Der Vortrag zeichnet ein Bild Emdens im 17. Jahrhundert, das Wesen und Werden der Stadt in dieser Epoche besser verstehen lassen soll. Im Jahr 1669 hatte der Elsässer Georg Franz Müller (1646 bis 1723) Emden besucht und klassifizierte die Stadt in seinem später angefertigten Reisebericht als „wunderschöne, große, prächtige, reiche See- und Handelsstadt“. „Diese Beschreibung trifft die Wahrnehmung und das Selbstverständnis Emdens im 17. Jahrhundert außerordentlich“, heißt es in der Vorankündigung.

Nachdem die Stadt 1595 mit Unterstützung der Niederlande ihre Unabhängigkeit vom ostfriesischen Landesherrn gewonnen hatte, sei insbesondere die Phase vom Osterhusischen Akkord (1611) bis zum Krieg Christoph Bernhard von Galens gegen Groningen (1672 bis 1674) eine Blütezeit Emdens gewesen. Noch heute zeugten trotz weitreichender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Portal („Schepken Christi“) an der Großen Kirche, der Festungswall sowie die Neue Kirche hiervon. Die Bedeutung Emdens in dieser Zeit lasse sich zudem durch die unvergleichlichen und reichhaltigen Bestände des Landesmuseums und der KUNST nachvollziehen.

Namen von damaligen ‚Prominenten‘, wie Martin Faber († 1648) oder Ludolf Backhuysen (1630 bis 1708), seien den meisten Emdern bis heute ein Begriff. Ein besonderes Augenmerk des Vortrags werde auf den Beziehungen zu den Niederlanden liegen, denn Emden sei zwar nicht im territorial-politischen Sinne, jedoch mit Sicherheit hinsichtlich der Lebensweisen und des Selbstverständnisses der hier lebenden Menschen niederländisch gewesen. Dazu wird Van der Linde die reiche Bautätigkeit, die illustren Mitglieder der Oberschicht, das niederländische Militär in der Stadt, aber auch die einfachen Menschen und die Armen ins Auge fassen.

► Eintritt: für Mitglieder frei, Nichtmitglieder zahlen zwei Euro