Diplomatie als zentrales Mittel

Aurich. Die Landschaftsbibliothek und das Niedersächsische Landesarchiv – Abteilung Aurich – laden am 19. Februar um 19.30 Uhr im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands“ zum zweiten Vortrag dieses Jahres in den Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft nach Aurich ein.

25 Jahre lang Regentin: Fürstin Christine Charlotte

Referentin ist Rieke Becker, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Paderborn. Sie beleuchtet die diplomatischen Strategien, die die Fürstin gegenüber unterschiedlichen Akteuren einsetzte, um für ihren ersten Sohn, der am 1. Oktober 1665 – vier Monate nach dem Tod seines Vaters Fürst Georg Christian – geboren wurde, die vormundschaftliche Regentschaft auszuüben.

Christian Eberhard war vom Tag seiner Geburt an Fürst, und seine Mutter beanspruchte für die nächsten 25 Jahre die vormundschaftliche Regentschaft. Das geht aus einer Pressemitteilung der Landschaftsbibliothek hervor. Diese Regentschaft war geprägt von innenpolitischen Kompetenzstreitigkeiten und Machtkämpfen. Während die Regentin sich selbst als Landesherrin und Ostfriesland als Fürstenherrschaft verstand, sahen die Landstände sich als frei und Ostfriesland als Ständeherrschaft an.

In den daraus resultierenden Konflikten spielte die Einflussnahme auswärtiger Mächte eine entscheidende Rolle. Ohne Unterstützung von außen konnten sich weder Christine Charlotte noch die Stände innenpolitisch behaupten. Diplomatie war für die Regentin daher ein zentrales Mittel, um – je nach aktuellen Machtkonstellationen – ihre Herrschaftsambitionen voranzutreiben oder um ihr politisches Überleben zu sichern.

Der Vortrag von Rieke Becker beleuchtet die diplomatischen Strategien, die die Fürstin gegenüber unterschiedlichen Akteuren einsetzte. Anhand exemplarischer Quellen wird gezeigt, auf welche Weise Christine Charlotte auswärtige Mächte davon zu überzeugen versuchte, sie zu unterstützen, und inwiefern sie damit erfolgreich war. Ein Augenmerk liegt dabei auf spezifischen Spielräumen, die das Amt einer vormundschaftlichen Regentin mit sich brachte.