Diplomatie zur Absicherung der Herrschaft

Aurich. Am Montag, 19. Februar, findet um 19.30 Uhr im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft am Georgswall 1 in Aurich der Vortrag „Fürstin Christine Charlotte (reg. 1665 bis 1690) und die Außenbeziehungen Ostfrieslands“ statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands“ wird er gemeinsam von der Landschaftsbibliothek und dem Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Aurich organisiert.


Rieke Becker, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Paderborn, beleuchtet die diplomatischen Strategien der Fürstin, deren 25-jährige Regentschaft von innenpolitischen Kompetenzstreitigkeiten und Machtkämpfen geprägt war. Die Rolle der Regentin ergriff sie, nachdem ihr Mann Fürst Georg Christian vier Monate vor der Geburt ihres ersten Sohnes Christian Eberhard verstorben war. Christine Charlotte beanspruchte für die nächsten 25 Jahre die vormundschaftliche Regentschaft. Sie verstand sich selbst als Landesherrin und Ostfriesland als Fürstenherrschaft. Dagegen sahen sich die Landstände als frei und Ostfriesland als Ständeherrschaft an.

Laut Becker spielte in den daraus resultierenden Konflikten die Einflussnahme auswärtiger Mächte eine entscheidende Rolle. Ohne Unterstützung von außen konnten sich weder Christine Charlotte noch die Stände innenpolitisch behaupten. Diplomatie war für die Regentin daher ein zentrales Mittel, um ihre Herrschaftsambitionen voranzutreiben oder um ihr politisches Überleben zu sichern.

Anhand exemplarischer Quellen zeigt Rieke Becker, auf welche Weise Christine Charlotte auswärtige Mächte davon zu überzeugen versuchte, sie zu unterstützen, und inwiefern sie damit erfolgreich war. Ein Augenmerk liegt dabei auf spezifischen Spielräumen, die das Amt einer vormundschaftlichen Regentin mit sich brachte.

► Eintritt: fünf Euro