Das Wattenmeer im Fokus
Leeuwarden / Ostfriesland. Auf Initiative der Fryske Akademy in Leeuwarden hat es ein Netzwerktreffen von Museumsvertretern aus Friesland, Groningen und Ostfriesland gegeben. Ziel der Zusammenkunft von Sondierungscharakter war es, die Forschung und den Wissensaustausch über die Geschichte und die maritime Kultur des Wattenmeeres zu entwickeln. Speziell geht es derzeit um die friesische Wattenmeer-Schifffahrt zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, die es neu zu beleuchten gilt.
Weiterhin soll eine Ausstellung zur Geschichte der Friesischen Wattenmeer-Schifffahrt realisiert
werden, die die neuesten Erkenntnisse einbezieht. Die Museen auf deutscher Seite können zu dem Gemeinschaftsprojekt Forschungsergebnisse zu den Handelshäfen am Jadebusen zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert beisteuern sowie zu den Häfen Varel und Carolinensiel im 18. und 19. Jahrhundert. Das Niedersächsische Institut für Historische Küstenforschung (NihK) kann sich mit Untersuchungen zu materieller Kultur (insbesondere Keramik und Glas) als Handelsware einbringen.
Jahrhundertelang war das Wattenmeer eine Verkehrsader, die Häfen und Städte entlang der Wattenküste etwa zwischen Harlingen und Bremerhaven verband. Über das Wattenmeer gelangten Waren aus dem friesischen und deutschen Hinterland und über die Welthäfen Hamburg, Bremen und Amsterdam in die friesischen, groninger und ostfriesischen Küstenstädte entlang des Wattenmeeres. Harlingen, Delfzijl und Emden entwickelten sich zu wichtigen Knoten in einem Netzwerk, in dem zahlreiche kleinere Häfen eingebunden waren. So spielte das Wattenmeer jahrhundertelang eine Rolle für den Austausch von Waren, Menschen, Kapital, Wissen und Kultur in den historischen Friesischen Ländern auf beiden Seiten der heutigen Deutsch-Niederländischen Grenze.
Teilnehmer an dem Treffen waren: das Veenkoloniaal Museum Veendam, die Fryske Akademy, das Hannemahuis Harlingen, das Fries Scheepvaart Museum Sneek, das Schlossmuseum Jever, das Niedersächsische Institut für Historische Küstenforschung (NihK) in Wilhelmshaven und das Deutsche Sielhafenmuseum in Carolinensiel.
