Klostertage in Ihlow mit Mittelalter-Sound

Ihlow. Wie in jedem Jahr laden die Klostertage im Juli an die Stätte, an der einst das „Monasterium Sanctae Mariae in Schola Dei“ mitten im Ihlower Wald lag. Nun steht an der Stelle eine sogenannte Imagination – und darum herum wird sich am 6. und 7. Juli jeweils zwischen 11 und 18 Uhr ein lebhaftes Treiben breit machen.

Freuen sich auf viele Gäste: Irmgard Reuter, Dagmar Brüdigam, Anna Buttjer, Heinz Seegers und Bernd Buttjer im Klosterladen, der mit vielen Geschenkideen bestückt ist. Bilder: Wolfgang Mauersberger

Klosterkonditorin Irmgard Reuter empfiehlt dazu „Sommer-Klostertorte“, der Klosterbäcker bereitet Steinofenbrote zu. Klostervereinsmitglieder Anna Buttjer und Dagmar Brüdigam halten in ihrem Laden viele Sonderangebote vor. Heinz Seegers bringt Gäste, die den langen Fußweg vom Parkplatz zur Klosterstätte scheuen, mit dem Klostermobil ökologisch korrekt an Ort und Stelle. Die Telefonnummer, mit der sich das Mobil rufen lässt, ist an der Schranke zum Fußweg ablesbar.

Mehr als 30 Kunsthandwerker haben die neuen Marktmeisterinnen Lena Münch und Jessica Wolter eingeladen. Stände betreiben dabei auch die Jägerschaft, der Förster, der Waldkindergarten, eine Töpferin und viele andere.

Für Blumenfreunde werden wieder Stauden vorgehalten. Zweimal pro Tag gibt es Führungen über die Klosterstätte. Am Sonnabend um 11 Uhr wird in der Lindenstube eine Foto-Ausstellung eröffnet. Die Fotogruppe der Naturforschenden Gesellschaft zu Emden lädt ein zum „Bäume bestaunen“. Die Ausstellung ist anschließend noch bin zum 29. September vor Ort zu sehen.

Die „Waldfreunde“, eine Gruppe von Klosterfreunden mit speziellem Interesse an der umliegenden Natur, bietet am Sonntag von 14 bis 17 Uhr Kinderspiele mit Naturmaterialien an. Ebenfalls am Sonntag gibt es um 14.30 Uhr ein Konzert mit der „Schnurrpfeyfferey“, einem Trio aus Mitgliedern des ostfriesischen Barockorchesters „Le Chardon“, das sich der Musik des Mittelalters und der Renaissance verschrieben hat. „Musik zur Zeit der Häuptlinge“ steht auf dem Programm.

Immer aktiv: Bernd Buttjer, „Vater“ der Klosterimagination

Da die Quellenlage zu dieser speziellen Musik für Ostfriesland „eher spärlich“ sei, greife das Trio auf Melodien zurück, die zu jener Zeit in ganz Europa verbreitet waren, sagt Bernd Buttjer, Vorsitzender des Klostervereins. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Musik den Weg nach Ostfriesland fand.“ Buttjer sieht dies vor dem Hintergrund, dass die Klöster untereinander vernetzt waren, dass es weitreichende Handelskontakte gab und dass weite Reisen durch Europa durchaus keine Seltenheit waren.

Was wünschen sich Buttjer und seine Aktiven für das kommende Wochenende? „Dass es ein bisschen trocken ist und dass die Interessierten auf jeden Fall zur Klosterstätte kommen – auch wenn das Wetter nicht so ideal ist.“ Eine besondere Unsicherheit bietet die Witterung für Irmgard Reuter. Die unermüdliche Konditorin bereitet sich zwar auf alle Eventualitäten vor. Doch da sie Torten ausschließlich frisch anbietet, richtet sie sich schon darauf ein, dass sie am Sonntag bereits um 6 Uhr am Backtisch stehen wird, um ihre Kreationen zu backen. „Ich kann derzeit wirklich nicht abschätzen, wie viele Gäste wir beköstigen werden.“ Es wird übrigens nicht nur Süßes angeboten, sondern auch Bratwürste und Kartoffelpuffer sind im gastronomischen Angebot des Klostervereins vertreten.