Gezeiten 2025 mit 48 „Hoffnungskonzerten“
Aurich. Die diesjährigen Gezeitenkonzerte werden unter dem Motto „Hoffnung“ mit 48 Konzerten aufwarten. Das teilten künstlerischer und organisatorischer Leiter im Rahmen einer Vorinformation für den großen Kreis der Freunde und Förderer des Festivals im Forum der Ostfriesischen Landschaft mit. Die Gezeiten finden vom 16. Mai bis zum 12. Juli statt. Der Kartenvorverkauf beginnt am 17. März um 9 Uhr (Tel. 0 49 41 / 17 99 67), für die „Freunde“ und Förderer eine Woche vorher.

Matthias Kirschnereit, Künstlerischer Leiter des Festivals, begründete die Motto-Wahl politisch. Doch sei es der Musik gegeben, Trost und Kraft in schweren Zeiten zu geben, sowie etwas Verbindendes zu schaffen. Er selber zeigte sich zufrieden, dass das Festival wieder starte. „Ich habe es vermisst“, betonte der Pianist und Musikprofessor in Rostock.
Organisationsleiter Raoul-Philip Schmidt und Dr. Jan Amelsbarg, Wirtschaftsbeauftragter für die Gezeiten, betonten, ebenso wie Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, die Bedeutung der vielfachen und unverzichtbaren Hilfen von regionalen Wirtschaftsunternehmen und Privatleuten, die sich für das Festival engagieren. „Ob piano oder forte, Töne sagen mehr als Worte“, schloss Amelsbarg seine Ausführungen mit volkstümlichem Reim ab. Und Mecklenburg meinte augenzwinkernd, das diesjährige Motto sei gleichbedeutend mit den Erwartungen der Veranstalter an die Unterstützer.

Das Programm reicht von großen Orchesterkonzerten, über Kammerkonzerte, Solo-Konzerte und Kombinationen von Wort und Klang bis zu dem Format „grenzenlos“, ein Begriff, unter dem alle Veranstaltungen subsummiert sind, die sich den anderen Kategorien nicht zuordnen lassen. Dazu zählt etwa „Men in Blech“. Das Blechbläser-Ensemble wartet mit einem Programm auf, bei dem jeder Beitrag an eine eigene Tanz-Choreographie gekoppelt ist (28. Mai, Open-Air am Willy-Brandt-Platz in Leer). „Foaie Verde“ bietet stürmischen mit Balkan-Swing (6. Juni, Park der Gärten, Bad Zwischenahn).
Auch das musikalische Theater „Die Bratschen von Miranda“ zählt zum Format „grenzenlos“. Hier spielen 16 Bratscher des Elbphilharmonie-Orchesters (30. Juni, Johannes a Lasco Bibliothek in Emden). „Und die muss man erst einmal zusammenkriegen – zumal in den Orchesterferien“, deutete Kirschnereit die Probleme an, die sich solchen Engagements oft genug in den Weg stellen. Auch Kirschnereit selber stürzt sich in den grenzenlosen Kosmos der Musik. Er wird mit dem Jazz-Pianisten Jasper van ‚t Hof ein Konzert „Jazz trifft Klassik“ geben (8. Juli, Forum Alte Werft, Papenburg).

Das Festival beginnt mit einem Konzert am 16. Mai im Festspielhaus am Wall in Emden. Zu Gast ist das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode mit Matthias Kirschnereit am Klavier. Auf dem Programm: Mozarts letztes Klavierkonzert, in dem der Komponist als Eigen-Zitat „Komm lieber Mai und mache“ einfügt. „Das ist berührend und hoffnungsvoll“, sagt der Pianist – und ordnet den Auftakt ganz entschieden dem Festival-Motto zu. Zweites Werk des Abends: Beethovens Sinfonie Nr. 3 „Eroika“.
Dem Wunsch vieler Gezeiten-Besucher entspricht ein Format, das man aus Großbritannien kennt: die „Last Night of the Proms“. Das Göttinger Symphonie Orchester unter Leitung von Nicholas Milton spielt das bunt gemischte Programm am 24. Mai in der Magnuskirche in Esens. Das „Orchester im Treppenhaus“ aus Hannover lädt am 19. Juni zur „Disco“ ins Zollhaus in Leer ein. Das Händel-Festspielorchester aus Halle gastiert mit Barockmusik von Händel und Bach in der Georgskirche in Weener (28. Juni). Und das Abschlusskonzert findet wie gewohnt in Bunderhee statt, wo in diesem Jahr die Nordwestdeutsche Philharmonie Filmmusik spielt.

Das vielschichtige Programm bringt auch viele bekannte Musiker nach Ostfriesland. Bereits am 3. Mai ist Helge Schneider wieder in der Sparkassen-Arena in Aurich zu erleben. Star-Violinist Daniel Hope gastiert, Ulrich Tukur kommt mit einem Solo-Programm, die berühmte Violinistin Antje Weithaas gibt sich die Ehre, Tenor Julian Prégardien singt die „Winterreise“, der deutsch-russische Schriftsteller Wladimir Kaminer ist zu Gast und die renommierte Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit gestaltet mit ihrem Bruder Matthias ein Wort-Klang-Format.

Zudem gibt es neue Veranstaltungsorte: die Kirche zu Nesse und die reformierte Kirche in Aurich gehören dazu. Wieder einmal dabei ist die Hochschule Emden-Leer sowie das Van-Ameren-Bad. Das Ökowerk wird ebenso bespielt wie die Kirche zu Dunum.

