Ein dunkles Kapitel der Geschichte
Leer. Die Sonderausstellung „Hexenwahn – Glaube. Macht. Angst“ im Heimatmuseum Leer widmet sich vom 1. März bis zum 20. Juli dem dunklen Kapitel der Hexenprozesse und Hexenverfolgung vom 16. bis 18. Jahrhundert.
Es werde eine Zeit beleuchtet, in der sich die Aggression vor allem gegen Frauen richtete, erläutert Museumsleiter Oliver Freise. „Verbrennungen waren allgegenwärtig. Aber die Schau gibt auch Auskunft darüber, wer die Überwinder des Aberglaubens waren.“ In der Präsentation werden Fragen aufgegriffen wie: Gab es auch in Ostfriesland Hexenverfolgungen? Wie verliefen solche Verfahren? Wer war betroffen und wer nicht? War es möglich, einen Prozess unbeschadet zu überstehen? Welche Rolle spielte die Folter?

Zu sehen sind rund 90 Exponate – darunter Originale wie das Richtschwert eines Scharfrichters um 1700, zeitgenössische Prozessakten und Folterwerkzeuge oder der Schädel einer mutmaßlich Enthaupteten. Dazu kommen interaktive Stationen für Erwachsene und altersgerechte Hörstationen für Kinder. Insgesamt gibt die Sonderausstellung im Heimatmuseum Einblicke in eine Lebens- und Vorstellungswelt, in der der Aberglaube zu Tragödien führte. Hexen verhexen mit Schadenszaubern Mensch und Tier, reiten auf Besen oder Ziegenböcken zu Hexentanzplätzen und pflegen die Teufelsbuhlschaft, bei der sie sich mit diesem vereinigen. Freise: „All das gehörte Ende des 17. Jahrhunderts zum selbstverständlichen Alltagsgedankengut.“


Erst die Aufklärung setzte der Hexenverfolgung ein Ende. Dass die Figur der Hexe und Themen wie Aberglaube, Heilkunde und Spiritualität jedoch bis heute nicht an Faszination verloren haben, veranschaulicht der letzte Teil der Ausstellung. Zahlreiche Filme und Bücher, die in den letzten Jahrzehnten erschienen, spannen den Bogen von den Hexen von Eastwick über Bibi Blocksberg bis hin zu Harry Potter.
► Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der „Eulenburg“ – Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln.
► Gefördert wird die Ausstellung durch die Ostfriesische Landschaft, der Sparkasse LeerWittmund, der Johann Bünting-Stiftung und der Aloys Wobben Stiftung, wie Günter Podlich, Vorsitzender des Heimatvereins Leer e.V. mitteilt.

