Landschaft bringt alle Förderanträge durch
Aurich. Alle von der Ostfriesischen Landschaft beantragten Förderungen für Projekte sind bewilligt worden. Das teilte Landschaftspräsident Rico Mecklenburg vor der jüngsten Landschaftsversammlung mit, die im Ständesaal tagte. Dabei geht es im einzelnen um folgende Vorhaben:

– Das bei der Kulturagentur angesiedelte Gemeinschaftsprojekt mit der Ostfriesland Tourismus GmbH „KulTour-Innovationen für Ostfriesland“ ist jetzt personell ausgestattet worden. Der Umwelthistoriker Cai-Olaf Wilgeroth und die Kunsthistorikerin Sophie Charlotte Hahn betreuen das Projekt, in dessen Rahmen die Ostfriesische Landschaft in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit der OTG und Netzwerkpartnern aus Kultur und Tourismus Ostfriesland „als nachhaltige Kulturregion und smarte Reisedestination fortentwickeln wird“, wie Mecklenburg sagte. Die Auftaktveranstaltung findet am 27. Mai statt.
– Das seit 2006 in Kooperation mit dem NLWKN durchgeführte Wallhecken-Programm Ostfriesland zur Sanierung und Pflege von Wallhecken in den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund ist bis 2028 verlängert worden. Die Landschaft hatte die Einstellung des Programms befürchtet.
– Für weitere vier Jahre kann, so Rico Mecklenburg, die Förderung der Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren der Landwirtschaft und des Naturschutzes in Ostfriesland für Beiträge zur Umsetzung von Niedersächsischem Weg- und Klimaschutz auf Moorböden fortgeführt werden.
– Für das bei der Museumsfachstelle angesiedelte LEADER-Projekt „Die Sammlungen des Museumsverbunds Ostfriesland – ins Licht gerückt“ ist ebenfalls ein Bewilligungsbescheid eingegangen. Eine Kulturwissenschaftlerin und eine Restauratorin werden die Museen des Museumsverbunds in den nächsten beiden Jahren bei der Erhaltung, Erfassung und insbesondere digitalen Präsentation ihrer Sammlungen unterstützen.
– Die personelle Betreuung des Kulturportals KultinO, dessen Förderung durch den Bund im August ausläuft, ist dank einer Förderung der Heinz-Wieker-Stiftung bis Ende 2026 gesichert.
Darüber hinaus hätten die Kulturförderprogramme des Landes, die über die Landschaften und Landschaftsverbände ausgegeben werden, im Mittelpunkt eines Gesprächs mit dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, gestanden. Mecklenburg: „Seit der letzten Anpassung der Regionalen Kulturfördermittel 2013 hat dieses Förderinstrument über 23 Prozent an Kaufkraft verloren, sodass sich die Schere zwischen Förderung und Bedarf auch in Ostfriesland immer weiter öffnet.“ Zudem wurde der Wunsch geäußert, die Mittel für die Plattdeutschförderung und die Investitionsförderung für kleine Kultureinrichtungen in den regulären Landeshaushalt aufzunehmen, um Planungssicherheit zu gewähren.
Ein weiteres Anliegen, das die Landschaft auf Landesebene im vergangenen Jahr begleitet, vorangebracht und mit dem Minister besprochen habe, sei die Verbesserung des Kulturgutschutzes insbesondere durch den flächendeckenden Auf- und Ausbau von Notfallverbünden in Niedersachsen. „Minister Mohrs hat auch hier seine Unterstützung zugesagt, sodass wir optimistisch vielleicht schon in der kommenden Versammlung die Einrichtung einer entsprechenden Koordinierungsstelle mitteilen können“, kündigte der Landschaftspräsident an.
Antje Harms, Berichterstatterin für den Wissenschaftsausschuss der Ostfriesischen Landschaft, hob hervor, dass die Landschaftsbibliothek im Berichtsjahr mehr als 80 Buchspenden übernommen habe. Harms: „Ein besonderer Gewinn war die Übernahme des historischen Buchbestands des Norder Ulrichsgymnasiums, welcher Werke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert umfasst.
