Führungen zur „Freiheit der Friesen“

Aurich. „Ostfriesland – Friesische Freiheit“, mit diesen Worten begrüßt ein Autobahnschild auf der A 28 und A 31 Einheimische wie auch Touristen, wenn sie in Richtung Nordsee fahren. Es verweist auf die Friesische Freiheit im Mittelalter, einem weltweit einmaligen historischen Phänomen, heißt es in einer Pressemitteilung von Kathrin Rodrian, ehemals Leiterin der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft.

Lässt ostfriesische Geschichte wieder aufleben: Katrin Rodrian

Die Friesen seien immer frei gewesen, nie Leibeigene. „Dieses Privileg der persönlichen Freiheit, sowie viele andere Ausnahmen erhielten die drei Landstände, Ritter, Bürger, Bauern im friesischen Küstenraum.“ Dazu habe ebenso das Vorrecht auf politische Mitbestimmung, wie der Anspruch auf eigenen Grundbesitz gespielt. „Damit unterschieden sich die Menschen zu dieser Zeit vom restlichen feudalen Europa, wo der Adel und der Klerus die Geschicke aller bestimmten.“

Von Mai bis Oktober lässt Katrin Rodrian am Upstalsboom diese bedeutsame Geschichte wieder aufleben. Der Upstalsboom sei voller Mythen und bedeutsamer Geschichte für Ostfriesland, betont Rodrian. An diesem Ort in Rahe bei Aurich trafen sich an Pfingstdienstag die Freien Friesen, um ihre Belange selbstbestimmt zu regeln.

Treffpunkt der Friesen am Pfingstmontag: der Upstalsboom bei Rahe

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Upstalsboom Eigentum der Ostfriesischen Landschaft. Sie besteht seit 561 Jahren in der Rechtsfolge der Friesischen Freiheit. Bei ihr hat Katrin Rodrian die Autobahnschilder zur Friesischen Freiheit aufstellen lassen. Heute nimmt sie die Menschen mit auf die Spuren dieser Zeit. So erfährt man, wie bis heute die Menschen die Friesische Freiheit in ihrem Alltag leben oder dass es nur in dieser Region den Bäuerinnen erlaubt war, Goldschmuck zu tragen oder dass es keine Todesstrafe gab. Ihr Gruß lautete „Eala Frya Fresena – Seid gegrüßt ihr Freien Friesen“.

„Mal ernst und mal humorvoll“ werde der rund eineinhalbstündige Gang die Besonderheiten der Stätte vom 8. bis ins 21. Jahrhundert beleuchten. Dazu gäbe es eine Kinderrallye „Friesische Freiheit“, die Kindern zwischen acht und 14 Jahren Spaß und Spannung biete, während die Eltern mehr über die Geschichte erführen.

Die Führungen werden zwischen dem 14. April und dem 19. Oktober angeboten. Die öffentlichen Termine finden sich auf der Website von Katrin Rodrian, www.magisches-ostfriesland.de oder des Verkehrsvereins Aurich, https://www.aurich-tourismus.de/veranstaltungen-und-kultur/veranstaltungsuebersicht. Führungen für Familien, Betriebe oder Vereinsgruppen, sind auf Anfrage möglich.

► Eintritt: neun Euro, Kinder bis 16 Jahren: fünf Euro. Gruppentarife auf Anfrage
► Anmeldung: Katrin Rodrian, www.magisches-ostfriesland.de, info@magisches-ostfriesland.de oder Tel. 0176 / 70 33 45 80