„Gezeiten“ schließen mit Besucherrekord
Aurich. Die Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft schließen im 13. Jahr ihres Bestehens mit einem Besucherrekord. Mehr als 14 600 Besucher hörten die 40 Konzerte des Festivals, von denen rund die Hälfte ausverkauft waren, erklärt Landschaftspräsident Rico Mecklenburg. Insgesamt seien über 1000 Karten mehr verkauft worden als im bisherigen Rekordjahr 2023.

Zu den ausverkauften Veranstaltungen zählen das Abschlusskonzert im Polderhof in Bunderhee mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und das Eröffnungskonzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode und Matthias Kirschnereit als Solistem. Der künstlerische Leiter zeigte sich hochgradig erfreut über die Resonanz. Der Rekord deutete sich aber schon im Mai an, als im Vorverkauf mehr als 12 000 Karten vertrieben wurden.
Die ausverkauften Konzerte betreffen nicht nur jene, in denen Stars wie Ulrich Tukur, Daniel Hope oder Wladimir Kaminer gastierten. Auch nahezu alle Gipfelstürmer-Konzerte waren davon betroffen, teilt der organisatorische Festivalleiter Raoul-Philip Schmidt mit. Diese Reihe mit aufstrebenden Stars von morgen habe sich zur Erfolgsmarke entwickelt. Besonders begehrt seien die beiden Langen Nächte in den Sälen der Ostfriesischen Landschaft in Aurich gewesen. „Mit diesem Format bringen wir nicht nur gezielt die Stars von morgen auf die Bühne, sondern wir bemühen uns seit Jahren auch um das Publikum von morgen.“ Dass sich der Anteil an Karten für junge Leute sich wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahres bewege, zeige den nachhaltigen Erfolg der Aktivitäten im Bereich der Musikvermittlung, resümiert Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger.
Eine positive Schlussrechnung können auch die „Freunde der Gezeitenkonzerte“ aufweisen. Der Kreis zählt rund 970 Mitglieder und erwartet – womöglich noch vor dem nächsten Festival – die 1000er Marke zu erreichen. Vorsitzende Heide Fritzsche betonte, dies sei, gemessen an der Einwohnerzahl in Ostfriesland, eine „beeindruckende Zahl an Unterstützern der Kultur“.
Ein weiterer Eckpfeiler für das Festival ist die ostfriesische Wirtschaft. 177 Unternehmen – die Zahl hat sich um 25 gegenüber dem Vorjahr erhöht – unterstützen mittlerweile die Gezeitenkonzerte, sagt deren Wirtschaftsbeauftragter Dr. Jan Amelsbarg. 119 der kleinen und mittleren Betriebe spenden pro Saison jeweils 1000 Euro, 39 Konzertförderer sind mit 5000 Euro beteiligt, und 19 Festivalförderer spenden je fünfstellige Summen. „Die Zahlen belegen, wie sehr sich die heimische Wirtschaft mit diesem wunderbaren Festival identifiziert“, merkt Amelsbarg an. Auch der Hauptförderer der Gezeitenkonzerte, die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse zeigte sich begeistert über die Tatsache, dass „in diesen nach wie vor herausfordernden Zeiten ein großartiges Festival“ auf die Beine gestellt worden sei, wie Vorstandsvorsitzender Thomas Weiß betonte.
► Ab August bieten die Gezeitenkonzerte noch einen Epilog mit fünf Konzerten an. Drei davon finden jeweils an zwei Abenden statt. Erwartet werden das Bundesjugendorchester, die Funk- und Soulband Radius, das Abschlusskonzert des Musikvermittlungsprojektes „SingBach“, ein Familienkonzert mit dem Kindermusik-Ensemble Larifari. Matthias Kirschnereit wird auch erwartet. Er bietet mit seiner Schwester, der Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit, einen musikalisch-literarischen Abend unter dem Titel „Scherben von Glück“ an.
► Die 14. Gezeitenkonzerte finden vom 16. Mai bis 12. Juli 2026 statt
