Stimmung! beim Gezeiten-Schlusskonzert

Bunderhee. Da war mächtig Stimmung in der Reithalle des ausverkauften Polderhofes in Bunderhee! Die Nordwestdeutsche Philharmonie unter Leitung von Vilmantas Kaliunas hatte ein Programm für das Abschlusskonzert der 13. Gezeitenkonzerte zusammengestellt, das Einblicke in die musikalische Filmgeschichte ab den 1960er Jahren gab. Mit der Titelmusik des Westerns „The Magnificent Seven“, Mancinis „Pink Panther“ und dem Hauptthema aus „Psycho“ nahm dieser cineastische Querschnitt Fahrt auf.

1500 Besucher füllten die ausverkaufte Reithalle des Friesenpferdegestüts Brümmer in Bunderhee beim Schlusskonzert. Bilder: Karlheinz Krämer
Der riesige Spiegel in der Reithalle verdoppelt die Besucherzahl

Die musikalische Intensität des Programms verdichtete sich zum Ende hin. Dazu trugen nicht nur Dirigent Kaliunas bei, der mit launiger Moderation aufwartete, sondern auch die Sopranistin Leonor Amaral, die schon während des Abends nicht nur durch ihre kraftvolle Stimme, sondern auch durch jeweils passende Garderobe für Aufsehen sorgte. Die junge Sängerin, die nicht nur im klassischen, sondern auch im Musical-Fach eine Ausbildung genoss, erwies sich als wahre Stimmungskanone, die das Publikum zum Singen und Tanzen animierte: „Mambo Nr. 5“ oder – im Zugabenteil – „Que Sera, Sera“ aus dem Hitchcock-Film „Der Mann, der zuviel wusste“ (1956) oder der Sommerhit von 1996, „Macarena“. Der Abend endete mit 1500 „bewegten“ Gästen, die frenetischen Applaus spendeten.


Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie im Konzert (oben) und vor Veranstaltungsbeginn (unten), Dirigent Vilmantas Kaliunas als James Bond


Vilmantas Kaliunas reicherte das Programm mit vielen fachlichen Hinweisen an: So erfuhr man, dass „Moon River“ aus „Breakfast at Tifany’s“ in nur 30 Minten geschrieben wurde oder dass Howard Shore für drei Filme der „Lord of the Ring“-Saga zwölf Stunden Musik schreiben musste und damit Jahre beschäftigt war. Das Orchester spielte sich immer mehr in Fahrt und hatte zusehends Spaß an dem Programm – kein Wunder bei einem Publikum, das gar nicht genug davon bekommen konnte. Schon der Spielort hatte beim Orchester, das bereits mehrfach die Gezeitenkonzerte bereichert hat, für Staunen und Begeisterung gesorgt. In einer Reithalle hatten die Musiker noch nie gespielt.


Oben: Pferde des Gestüts im Paddock zogen viele Schaulustige an

Unten: Während die ersten Gäste bereits eintrafen und es sich im Garten des Gestüts gemütlich machten, erfolgten in der Reithalle die letzten Vorbereitungen. Im rechten Bild: Wiebke Schoon, Matthias Kirschnereit und Raoul-Philip Schmidt


Pferde spielten auch am Nachmittag eine Rolle. Drei Führungen belebten das weitläufige Gelände des Friesenpferde-Gestüts. Dazu gab es Vorführungen mit drei Pferden und lockeres Spiel zweier Tiere, die sich auf einem großen Sandpaddock vergnügten und sich zur Freude des Publikums auch mal genüsslich im Sand wälzten.


Künstlerisch erstklassig: die portugiesische Sopranistin Leonor Amaral

In den Reden im Vorfeld des Konzertes hob Hausherr, Helmuth Aiso Brümmer, hervor, dass das Gelände bereits zum 9. Mal als Austragungsort des Schlusskonzertes der Gezeiten fungiere. Landschaftspräsident Rico Mecklenburg – die Ostfriesische Landschaft ist Veranstalterin des Festivals – dankte den vielen Teammitgliedern, die in den letzten zwei Monaten für das Gelingen der Gezeitenkonzerte gesorgt haben. Und der künstlerische Leiter Matthias Kirschnereit hob noch einmal auf die Bedeutung des diesjährigen Festival-Mottos „Hoffnung!“ ab, indem er darauf hinwies, dass es gelte, mit Veranstaltungen dieser Art auch der um sich greifenden Verrohung entgegenzutreten.

Da machten alle mit: 1500 Besucher tanzen „Macarena“
Ein Meer von Menschen genoss die Pause in den Außenanlagen des Gestüts