Computer-Spezialist schreibt Popsongs
Greetsiel. Beruflich befasste sich Horst Kuipers in seiner aktiven Zeit mit Computertechnik und baute seine eigene Firma auf. Aber schon von früher Jugend an schrieb er Texte für Rock- und Pop-Songs. Der gebürtige Nordhorner weiß gar nicht mehr, was der genaue Auslöser für diese Leidenschaft war, aber sie begleitet ihn noch heute – seit er seinen Betrieb in der Grafschaft Bentheim verkaufte und nun in Greetsiel seinen Ruhesitz gefunden hat.
In der Schule spielte er Flöte im Orchester und sang im Chor. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sich der 77-Jährige. Heute ist er am Keyboard zu finden, wenn er die Melodie für seine Songs entwickelt. Autodidaktisch habe er das Instrument für sich erobert, erzählt Kuipers, der auch Gedichte und Kinderlieder verfasst. Gemeinsam mit dem Musik-Profi Uwe Fleischhauer in Moormerland wird der musikalische Anteil in dessen Tonstudio aufgearbeitet und so lange perfektioniert, bis die Details stimmen.
Meistens ist es eine Tonsequenz, die ihm zuerst im Kopf herumschwirrt – und die ihm dann keine Ruhe mehr lässt. Die Texte entstammen Bereichen wie Freundschaft, Liebe, Neugier. Manchmal schnappt Kuipers im Supermarkt einige Worte auf, die sich einarbeiten lassen, manchmal fällt ihm beim Spaziergang etwas auf oder ein. Eine bestimmte Methodik gibt es da nicht. Und weil er nicht weiß, wann und wo ihn Ideen in den Sinn kommen, hat er stets einen Notizblock dabei. Als „Gedankenstütze“, wie Horst Kuipers betont.
Das hat er im übrigen bei Rudi Carrell abgeguckt, den er bei einer Bahnreise im Speisesaal traf und mit dem er sich eine Zeitlang unterhalten konnte. Carrell sei gleich ins „Du“ verfallen, und man habe gefachsimpelt, und er hatte einen Block vor sich liegen, den er ständig nutzte, um Anregungen und Ideen zu notieren.
Dieses „Sammeln von Impulsen“ ist auch Kuipers zur Gewohnheit geworden. Doch ein paar Wortfetzen und ein paar Töne machen keinen Song aus, und so verbringt Kuipers allerhand Zeit damit, die beiden Komponenten zusammenzufügen und ein Ganzes daraus zu schaffen. „Sie glauben gar nicht, wie viel Arbeit das ist.“ Doch der Beruf hat ihn strukturiertes Arbeiten gelehrt.
Nicht immer führt schon der erste Versuch zum Erfolg. Manchmal kombiniert er zwei Melodien, die er irgendwann notiert hat, mal wirken Text und Melodie nicht recht zusammen. Es gibt auch Texte, die angepasst werden müssen, wenn sich herausstellt, dass es mehr Silben braucht, um den Song flüssig fließen zu lassen.
Pläne, was mit den Songs – mehrere hat er derzeit fertig in der Schublade liegen -, geschehen soll, sind derzeit noch vage. Am liebsten wäre es Kuipers, wenn er eine Projektband fände, die sie einspielen würde. Zu verschiedenen Gruppen hat er Kontakt aufgenommen. Aber das alles muss sich erst entwickeln. Vorerst betrachtet der Nordhorner in Greetsiel seine Tätigkeit unter dem Aspekt der Freude. „Nichts ist so entspannend wie die Musik!“

