Buntes vom Musikalischen Sommer

Bagband. Der Musikalische Sommer in Ostfriesland gastierte am 12. August in der Bagbander Kirche. Dort trafen sich zwei Musiker von internationalem Rang: Sebastian Manz – vielfach geehrter Soloklarinettist im SWR-Symphonieorchester, ARD-Preisträger sowie mehrfacher Echo-Preisträger – gilt als Botschafter des romantischen wie des zeitgenössischen Repertoires, heißt es in einer Pressemitteilung des Veranstalters. An seiner Seite: der ebenso renommierte Pianist Herbert Schuch, bekannt für seine kammermusikalische Tiefenschärfe und künstlerische Vielseitigkeit.

Klangfarben-Orgie in Bagband: Herbert Schuch und Sebastian Manz

Gemeinsam formten sie ein Duo von Intensität. Auf dem Programm standen Gades Fantasiesstücke op. 43, Schumanns Fantasiestücke op. 12, Poulencs Sonate für Klarinette und Klavier und Brahms’ Sonate op. 120 Nr. 1 – eingerahmt von Schuberts Impromptu f-Moll op. 142 Nr. 1 für Klavier solo.

Das Konzert war sehr gut besucht. Wer nicht dabei sein konnte, hat die Möglichkeit, auf der CD „Brahms, Schumann, Gade“ (Berlin Classics, 2022) das nahezu identische Programm nachzuerleben. Die Einspielung wurde als radikale Fokussierung auf das Kernrepertoire der Klarinettenkammermusik gefeiert – Manz selbst nennt sie „eine spontane, riskante Klangfarben-Orgie“.

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Emden. Ein Hauch von 40er-Jahre-Glamour und 90er-Jahre-Nostalgie habe am 10. August die Neue Kirche erfüllt, als das Gesangstrio The Airlettes im Rahmen des Musikalischen Sommers in Ostfriesland gastierte und das Publikum auf eine turbulente musikalische Reise mitnahm. Pressesprecher Karsten Gleich: „Mit perfektem Close-Harmony-Gesang, frechem Witz und charmanter Bühnenpräsenz verwandelten die drei Sängerinnen den Kirchenraum in einen Swing-Club – ganz im Sinne des Festivalmottos „#Vielfalt“, das musikalische Stilgrenzen bewusst verschwimmen lässt.“

Close-Harmony-Gesang mit den „Airlettes“ in der Neuen Kirche zu Emden

Das Kirchenschiff war mit rund 350 Gästen ausverkauft, und die Zuhörer hätten ein Konzert der Extraklasse erlebt. The Airlettes – bestehend aus den Sängerinnen Judith von Orelli, Paulina Plucinski und Stefanie Bruckner sowie Pianist Sebastian Strahl – seien bekannt für ihre individuell arrangierten Swing- und Jazz-Versionen von Standards, ohrwurmtauglicher Pop-Hymnen und fetziger Rockabilly-Nummern. Gleich: „Das charismatische Damenensemble hat bereits unzählige Konzerte, Festivals und Events absolviert – stets begleitet von einer gehörigen Prise Humor und einer mitreißenden Bühnenshow.“

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Backemoor. Am 8. August verwandelte sich die Kirche von Backemoor in einen Salon der Kammermusik. Im Rahmen des Musikalischen Sommers in Ostfriesland gastierte das Varga Quartett Wien mit drei Streichquartetten aus drei Jahrhunderten, jedes als musikalischer Gruß an einen verehrten Freund oder Lehrer: Mozart an Haydn, Mendelssohn an Beethoven und Ravel an Fauré.

Aus Wien nach Backemoor: das Varga-Quartett

Das Ensemble, mit Pavol Varga, Katarína Veselská (Violinen), Peter Zwiebel (Viola) und Marta Sudraba (Violoncello), zählt zu den etablierten Wiener Kammermusikformationen, betont der Sprecher des Festivals, Karsten Gleich, in einer Pressemitteilung. Ausgebildet an Spitzenhochschulen und geprägt von Mentoren wie Othmar Müller (Artis Quartett) und Rainer Schmidt (Hagen Quartett), sei es für stilistische Vielseitigkeit, technische Präzision und organisches Zusammenspiel bekannt.

Fazit des Abends – wie es die Veranstalter empfanden: drei Meisterwerke, drei Epochen, ein Ensemble, das Wiener Tradition mit kosmopolitischer Frische verband. Das Publikum dankte mit langem Applaus für einen Abend, der technische Perfektion, tiefes Stilbewusstsein und lebendige Musikalität zu einem außergewöhnlichen Festivalmoment vereinte.