Weinbergs Wiederentdeckung krönt Finale
Emden. Mit seinem 17. Konzert in der Johannes a Lasco Bibliothek hat der 41. Musikalische Sommer in Ostfriesland seinen vorläufigen Höhepunkt und Abschluss gefunden.
Vom 6. Juni bis 17. August präsentierte das Festival 17 Konzerte. Vier Zusatzkonzerte folgen noch. Insgesamt wirkten damit an 18 Spielorten in ganz Ostfriesland 119 Künstler mit, rund 3600 Besucher wurden bereits gezählt. Am Ende sollen es etwa 4400 sein, schätzen die Veranstalter. Sieben Veranstaltungen waren bislang ausverkauft, darunter Gastspiele der NDR Philharmonic Brass, von Mellow Melange und der Barockformation Red Priest. Festivalleiterin Dr. Julia Marie Müller zieht daher ein positives Fazit: „Unser internationales Festival vereint Spitzenmusiker, Vielfalt und künstlerische Qualität auf höchstem Niveau.“

Der Künstlerische Leiter Iwan König betonte die verlässliche Unterstützung langjähriger Förderer: „Auch wenn die allgemeine Förderung leicht rückläufig ist, sehen wir großes Potenzial bei regionalen Partnern, das wir in Zukunft noch stärker aktivieren wollen.“ Die überregionale öffentliche Förderung bleibe stabil. „Aufgrund der gestiegenen Kosten konnten wir in diesem Jahr zwar etwas weniger Konzerte umsetzen, die künstlerische Qualität und Vielfalt haben aber nichts eingebüßt.“
Am Abend des Abschlusskonzertes vereinten sich Musikerinnen und Musiker in der Johannes a Lasco Bibliothek zum eigens gebildeten Festivalorchester – ein Klangkörper, der nur einmal im Jahr existiert. Auf dem Programm standen drei Meisterwerke: Johann Stamitz’ Klarinettenkonzert in B-Dur mit Solistin Odile Ettelt, die es in feinem Dialog mit dem Streicherapparat entfaltete.
Es folgte Mieczysław Weinbergs Concertino für Violoncello und Streichorchester op. 43a, – erst 2016 wiederentdeckt – ein Werk von großer emotionaler Spannweite und für viele Besucherinnen und Besucher der Höhepunkt des Abends: lyrische Innigkeit und kammermusikalische Zartheit wechseln sich ab mit dramatischer Wucht und orchestraler Energie, teilten die Veranstalter mit, die dabei auf den Cellisten Alexander Wollheim setzten.
Zum Abschluss erklang Antonín Dvořáks beliebte Serenade für Streicher in E-Dur op. 22 – voll Wärme, rhythmischer Eleganz und unerschöpflicher melodischer Inspiration, wie der Sprecher des Festivals, Karsten Gleich, mitteilte.


