Gesucht: Bilder eines Norder Malers

Aurich. In Zusammenarbeit mit dem Ostfriesischen Teemuseum Norden und dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden plant die Ostfriesische Landschaft eine stadtgeschichtliche Ausstellung sowie ein Heft zur ostfriesischen Kulturgeschichte über den Norder Künstler Hinrich Adolph van Lengen (1784 bis 1829). „Es soll eine biografische und kunsthistorische Würdigung des Künstlers entstehen“, erklärt Dr. Heiko Suhr, Leiter der Landschaftsbibliothek. Dafür sei man auf der Suche nach Werken des Künstlers, die sich im Privatbesitz befinden.

Ansicht von Marienhafe mit Kirche vor dem Teilabbruch von 1829. Auf der Rückseite (Bild unten) hat Hinrich Adolph van Lengen „Marienhafe“ sowie das Datum – 25. April 1814 – vermerkt

Hinrich Adolph van Lengen reiste meist zu Fuß malend durch die Region. Dabei machte er sich in erster Linie mit Stadtansichten einen Namen. Bekannt sind beispielsweise Ansichten von Aurich, Bargebur, Berum, Dornum, Jemgum, Marienhafe, Nesse, Osteel, Ostermarsch und Wangerooge.


Zwei seiner Bilder im Ostfriesischen Teemuseum haben neben der künstlerischen auch eine besondere historische Bedeutung: Die „Ansicht der Kirche und des Turmes der Osteeler Kirche von der Nordseite“ ist die einzige Darstellung der Kirche vor ihrer Verkleinerung im Jahr 1830. Das zweite Bild zeigt die „Marienhafer Kirche von der nördlichen Seite“ und gilt als die zuverlässigste Darstellung dieser Kirche vor ihrem Teilabbruch 1829. „Vielleicht ermöglichen uns bislang unbekannte Bilder des Künstlers neue Erkenntnisse über den früheren architektonischen Bestand in Ostfriesland“, hofft Suhr.

Auch diese Skizze mit der Ansicht von Berum stammt von van Lengen, der auf der Rückseite das Datum angegeben hat – 26. März 1815

Dabei seien die Bilder des Künstlers nicht immer auf den ersten Blick als seine Werke zu erkennen. „Hinrich Adolph van Lengen macht uns die Suche nicht leicht, denn er hat nicht alle seine Werke signiert“, erklärt Suhr. Deshalb sei es teilweise notwendig, anhand von nachweisbaren Originalen zu prüfen, ob der Zeichenstil übereinstimmt. Van Lengens Stadtansichten seien häufig als Aquarelle in Postkartengröße entstanden. Oft komme es auch vor, dass auf der Rückseite mit Bleistift Ortsangabe und Zeitpunkt vermerkt seien.

► Kontakt: Heiko Suhr ist erreichbar unter suhr@ostfriesischelandschaft.de oder telefonisch unter 0 49 41 / 17 99 42