Brahms-Plastik auf Schreyers Hoek enthüllt
Emden. Am Sonnabend ist auf Schreyers Hoek eine Plastik des Emder Bürgers Bernhard Brahms (geb. 1929) enthüllt worden. Sie soll den 2019 Verstorbenen mit seinem Fahrrad zeigen, so, wie Brahms in seinen letzten Lebensjahren immer unterwegs war. Zugleich wurde der hintere Teil des Delftumgangs in Bernhard-Brahms-Promenade umbenannt.
Vor einem Jahr hatte sich ein Initiativkreis gegründet, der die Planungen für ein Denkmal vorantrieb. Finanziert wurde es über Spenden von Emder Unternehmern und Bürgern. Die Plastik gab man bei dem in Esens lebenden Maler und Bildhauer Hans-Christian Petersen in Auftrag gegeben, der sie gemeinsam mit seinem Bruder Anders Petersen entwickelte. 250 Kilo wiegt das rund 55 000 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer) teure Bildnis. Gegossen wurde es in der Kunstgießerei Anft in Drensteinfurt.
Maj-Britt Wrede vom Initiativkreis erläuterte noch einmal die Verdienste Brahms‘. Sie und ihr Mann hatten nämlich vor 26 Jahren das Elternhaus von Brahms in der Zeppelinstraße in Wolthusen gekauft, dessen Erlös Brahms in sein erstes großes Projekt steckte – ein Glockenspiel für das Emder Rathaus, ein Projekt, dessen Realisation schon vor 400 Jahren geplant war, aber dann erst 2000 umgesetzt wurde. Zudem stiftete er die Figur „Hinni, der Delftspucker“, die erste von insgesamt drei Figuren am Ratsdelft.

Seine Kunstsammlung ging nach seinem Tod im wesentlichen an die Johannes a Lasco Bibliothek. Schenkungen habe es auch an verschiedene soziale Einrichtungen in Emden gegeben. Besonders hervorzuheben sein auch Brahms‘ Engagement für fünf 1944 in Emden getötete Ukrainer, deren Hinrichtung er als Kind miterlebt hatte. Brahms stiftete für sie einen Gedenkstein auf dem Friedhof Tholenswehr. Brahms, so betonte Maj-Britt Wrede sei „einer derer gewesen, die die Stadt geprägt hätten“, ein „Kunstkerl“.
Unter den Besuchern der Veranstaltung auf Schreyers Hoek befand sich auch Margret Ribbeck, geborene de Vries, aus Bremen. Sie habe früher im Nachbarhaus der Familie Brahms gewohnt und rechne sich zu den Menschen, die Brahms wohl am längsten gekannt hätten.
In der Pflasterung unterhalb der Skulptur ist zwischen den hellen Steinen ein einziger dunkler zu erkennen. Was es damit auf sich hat, erläuterte Bildhauer Petersen: „Unter diesem Stein ist eine Zeitkapsel in den Untergrund eingebracht worden.“ Anhand des schwarzen Steinchen sei sie stets wieder aufzufinden.
Für Brahms gibt es bereits einen Gedenkstein im Rathaus-Durchgang. Der damalige Leiter des Ostfriesischen Landesmuseums, Dr. Friedrich Scheele, sorgte für diese Ehrung von Bernhard Brahms, dem später die Emder Ehrenmünze zuerkannt wurde.
Zum Initiativkreis gehören: Friederike Junkhoff, Hans-Jürgen Hinrichs, Elke Brüning, Marten Klose, Manfred und Marion Meyer, Maj-Britt Wrede und Jochen Fiedler.

