Per Video für die Vergangenheit begeistern
Aurich. Der Leiter des Archäologischen Forschungsinstituts der Ostfriesischen Landschaft, Dr. Jan Kegler, hat eine zwölfteilige Videoreihe „Denkmale besuchen“ entwickelt, in der er herausragende archäologische Kulturdenkmale in ganz Ostfriesland vorstellt. In den Videos erklärt der Archäologe die historische Bedeutung der Stätten und berichtet von den Untersuchungen und Forschungsergebnissen. Sein Ziel erklärt Kegler kurz und bündig: „Ich möchte Menschen für die Vergangenheit begeistern.“

Vier Videos sind inzwischen erschienen. Sie stellen das Steinhaus Bunderhee, die Klosterstätte Ihlow, die Festung Leerort und Ostbense am Deich vor. An jedem der folgenden Freitage wird um 10 Uhr der nächste Clip freigeschaltet, wobei die Vorstellung der Denkmale jeweils maximal fünf Minuten dauert. Wer sich von den Videos angesprochen fühlt, kann anschließend selber die Stätten besuchen – alle sind frei zugänglich.
Kegler selber stellt die Orte vor – und musste sich zunächst einmal an die ungewohnte Position vor der Kamera gewöhnen. Gedreht wurde an insgesamt sechs Tagen über drei Wochen verteilt. Der Archäologe hat selber die Manuskripte geschrieben und dann auswendig gelernt. „Wir mussten die Texte natürlich immer wieder anpassen, damit ein einheitliches Sprachniveau gesichert war und alles möglichst natürlich klingt.“
Sein Partner war der Filmemacher Jannik Preuß, der mit seinen 19 Jahren bereits über umfangreiche Erfahrung verfügt. Der Leeraner macht Kurzfilme, seit er zehn Jahre alt ist und hat 2020 erste gewerbliche Filme gedreht und geschnitten. Seit dem Sommer ist Jannik Preuß in Vollzeit als Freiberufler tätig. Kegler: „Wir hatten noch andere Angebote, wollten aber dem jungen Mann eine Möglichkeit zum Einstieg geben.“ Jannik habe mit ostfriesischer Ruhe seine Arbeit erledigt und bestätigt nun seinerseits dem Archäologen, dass dieser während der Drehtage eine echte „Lernkurve“ vor der Kamera hingelegt habe. Als „Kontrollinstanz“ fungierte während der Dreharbeiten der Pressesprecher der Ostfriesischen Landschaft, Sebastian Schatz.
Finanziert wurde das Projekt von den Sparkassen Emden, Aurich-Norden und LeerWittmund. „Nicht nur für Herrn Kegler war es eine Premiere vor der Kamera, auch für die Sparkassen war die Finanzierung eines solchen Projektes etwas völlig Neues“, versichert Carsten Mohr (Sparkasse LeerWittmund. Gleichwohl habe man sich gerne auf das Experiment eingelassen.
Derzeit werde noch an der Vermarktung des Angebotes „Denkmale besuchen“ gearbeitet, erläutert Kegler. Die ersten Erfahrungen über die sozialen Medien seien vielversprechend. Doch soll es auch ein analoges Modul über Postkarten geben. An diesem Konzept wird derzeit noch gearbeitet.
► Die Videos lassen sich über den Landschaftskanal www.youtube.com/@ostfriesischelandschaft ansehen und abonnieren
