„Keerlke“ für Marina Bohlen

Moormerland. Der Verein Oostfreeske Taal hat im Landhaus Oltmanns in Neermoor vor rund 130 geladenen Gästen den Keerlke-Preis verliehen. Dieser ging in diesem Jahr an die Kulturschaffende Marina Bohlen. Mit der Auszeichnung werden Bohlens Verdienste um die ostfriesische Theaterlandschaft gewürdigt, ihre Arbeit in Kirche und Bürgervereinen sowie ihr kontinuierlicher Einsatz zur Weitergabe der plattdeutschen Sprache an Kinder und Jugendliche. „Alles, was sie tut, tut sie mit viel Freude und Herzblut “, sagte Angelika Seidel, langjährige Weggefährtin Bohlens und selbst Preisträgerin 2018, weshalb es ihr „eine besondere Ehre“ war, die „Prahlpreken“, die Laudatio, auf ihre Freundin zu halten.

Große Freude bei der Preisträgerin Marina Bohlen (links), Laudatorin Angelika Seidel (Mitte) und dem Vereinsvorsitzenden Hans Freese (rechts). Bild: Sebastian Schatz

Bereits in den Grußworten des Vorsitzenden von Oostfreeske Taal, Hans Freese, sowie von Landrat Matthias Groote sei deutlich geworden, wie wichtig Platt als Identitätsmarker für die Region sei, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Jann Aden, Schauspieler und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater, folgte in seinen Impulsvortrag der Frage „Wie wichtig ist die Bühne für Platt?“ und betonte die Rolle des niederdeutschen Theaters, das seit 2014 Immaterielles Kulturerbe der UNESCO ist, als Tragpfeiler und Multiplikator in der Sprach- und Kulturlandschaft. Abgerundet wurde das Programm mit Musik von Iko Andrae und Andreas Bahlmann.

Marina Bohlen, die muttersprachlich mit Plattdeutsch großgeworden ist, zeigte sich sichtlich bewegt: „Dieser Preis bedeutet mir unglaublich viel und steht auch all den Menschen ein wenig zu, die immer hinter mir standen. Dieser kleine Keerlke ist Ansporn für mich, weiterzumachen.“

Der Keerlke-Preis wird seit 1993 vom Verein Oostfreeske Taal jährlich an Personen oder Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise um das Plattdeutsche verdient gemacht haben.

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