Warum Sammelteller bedeutsam sind

Norden. Das Ostfriesische Teemuseum in Norden hat seine neue Ausstellung „Porzellanpanorama – Bilder einer Stadt“ eröffnet, die in ungewöhnlicher Form Ansichten der Stadt von damals und heute gegenüberstellt. Dabei bilden 28 Sammelteller – eine Schenkung der Norder Heimatforscherin Elfriede Lottmann – den historischen Ausgangspunkt. Sie zeigen alte Gebäude und Ansichten aus Norden und der näheren Umgebung. Viele davon seien heute verschwunden oder architektonisch stark verändert, heißt es in einer Pressemitteilung des Museums.

Die Eröffnung fand im Saal des historischen Rathauses statt und war sehr gut besucht. Bilder: Ostfriesisches Teemuseum

Bei der Eröffnung erläuterte Museumsleiterin Mirjana Ćulibrk vor rund 70 Besuchern, warum die Sammelteller bedeutsam sind. „Sie sind weit mehr als dekorative Objekte“, betonte Ćulibrk. „Sie sind kleine, aber bedeutende Zeugnisse unserer Stadtgeschichte und bewahren Erinnerungen früherer Generationen.“

Ein zentrales Element der Ausstellung ist die fotografische Neubegegnung mit den dargestellten Orten. Der Fotograf Bodo Kiefer machte sich mit der Liste der Tellerbilder auf den Weg durch Norden und Umgebung, um dieselben Blickwinkel in der heutigen Stadtlandschaft wiederzufinden. Seine aktuellen Aufnahmen treten in einen Dialog mit den historischen Bildmotiven.

Darüber hinaus widmet sich die Ausstellung der lebendigen Geschichte der Gebäude. Viele der dargestellten Häuser sind auch heute noch in Nutzung und eng mit Familiengeschichten verknüpft. Mirjana Ćulibrk dankte allen Eigentümern, die bereitwillig Informationen, Erinnerungen und teils auch Leihgaben zur Verfügung gestellt haben: „Erst durch die Menschen, die diese Häuser bewohnen, werden Gebäude zu lebendigen Teilen unserer Stadt.“

Ergänzt wird die Schau durch ein begleitendes Projekt, das Besucherinnen und Besucher einlädt, persönliche Erinnerungen an die historischen Orte Nordens einzubringen und so die Ausstellung aktiv mitzugestalten.

Teller und Fotografien wurden einander im Sonderausstellungsraum gegenübergestellt

Ingo Hartmann, Vorsitzender des Heimatvereins Norderland, knüpfte in seinem Grußwort an drei Motive der Sammelteller an und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Erinnerungen für das Zusammenleben in der Stadt: „Der Begriff Heimat ist heute vielschichtiger. Unsere Stadt ist für viele Menschen zur neuen Heimat geworden. Die Sammelteller sind deshalb nicht nur Erinnerungsstücke, sondern Symbole für das, was uns verbindet.“

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usikalisch wurde die Veranstaltung von fünf Klarinettistinnen der Musikschule Aurich-Norden begleitet. Ein besonderer Dank des Teemuseums galt den Unterstützern des Projekts: dem Freundeskreis und Förderkreis des Museums, der Bürgerstiftung Norden, der Regionalen Kulturförderung der Ostfriesischen Landschaft sowie der Sparkassenstiftung Aurich-Norden, die durch Inka Lottmann vertreten wurde.

► Die Ausstellung „Porzellanpanorama – Bilder einer Stadt“ ist jeweils sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.