Lebhaft, anspruchsvoll, eingängig
Emden. Zum dritten Mal diesem Jahr war das Marinemusikkorps Wilhelmshaven in Emden , und immer war die Resonanz groß. So entwickelte sich auch das Adventskonzert in der Martin-Luther-Kirche vor rund 500 Besuchern zu einem höchst abwechslungsreichen Abend.

Schon die weihnachtliche Eröffnungsmusik, in der verschiedene deutsche und englische Weihnachtslieder zu einem Ganzen komponiert worden waren, bot einen glanzvollen Einstieg. Mehrfach waren es Solisten, die die Beiträge trugen und ihnen Pfiff und besonderen Klang gaben. In dem ruhigen Beitrag „Solo para ti“ des Österreichers Thomas Doss, war es das Flügelhorn von Hauptbootsmann Niccolo Welsch, das für eine einnehmende und angenehme Atmosphäre sorgte. In „Abide with me“, einem englischen Kirchenlied des 19. Jahrhunderts, boten zwei Trompeten von der Westempore reizvolle Soloeinsätze.

Auch Filmmusik fand sich unter der Programm-Auswahl. In diesem Fall war es ein Medley aus den beiden Filmen „Kevin – allein zu Haus“ und „Kevin – allein in New York“, die für einen flotten Beitrag sorgten. Das symphonische Blasorchester hatte jedenfalls alle Möglichkeiten, einen Sound zu erzeugen, der bestens ankam.

Etwa im anmutigen „Intermezzo“ aus der „Fourth Symphony“ von Alfred Reed – ohne Zweifel ein Höhepunkt im wunderhübsch zusammengestellten Programm des Abends, das unter anderem mit einem Stück des jungen Frankfurter Komponisten Robin Hoffmann (Jahrgang 1984) aufwartete, das in drei Sätzen eine heiter-besinnliche „Christmas Suite“ sich entfalten ließ – wunderbar lebhafte und eingängige Musik mit einer Prise Witz.

Und natürlich erklang das unverwüstliche „We wish you a merry Christmas“, aber ebenso natürlich endete das Konzert mit einem gemeinsamen Singen. In diesem Fall war es „Macht hoch die Tür“ – und das war quasi der vokale Bezug zum gleichnamigen Bläserstück in der Programmmitte, das eben dieses Lied in einem Arrangement von Jörg Murschinski in Bach’scher Manier mit vielen moderneren Anteilen und zwei Solisten an der Piccolotrompete (Holger Becker und Patrick Klappich) vorstellte.

Somit hatte sich das Programm, das vom Dirigent, Fregattenkapitän Matthias Prock moderiert wurde, glücklich gerundet und endete mit einem festlichen „Rausschmeißer“. Damit war das Konzert dann zu seinem Anfang zurückgekehrt und verlangte nach großem Applaus der Besucher. Wie stets kommt der Erlös des Abends der Musikschule und der Jugendarbeit der Gemeinde zugute. Zudem konnte Matthias Prock ankündigen, dass das Marinemusikkorps schon Ende März wieder in Emden zu hören sein wird – dann im Festspielhaus am Wall.

kamen vom E-Piano

Streicher im Orchester
Das Adventskonzert ist eine Erinnerung an Emdens Zeit als Garnisonsstadt. Ursprünglich fand es in der Pauluskirche in der Nähe der Kaserne statt. Doch die kleine Kirche war regelmäßig derart überfüllt, dass man sich zu einem Ortswechsel in die große Luther-Kirche entschloss. Da die Beliebtheit symphonischer Blasmusik nach wie vor ungebrochen ist, finden sich auch hier immer mehr Besucher ein. Aber – noch reicht der Platz aus.
