Das Licht der Weihnacht leuchtet!
Emden. Eine „delikate Freude am Dasein“ wollten die Musiker vermitteln, hatte Professor Dr. Kęstutis Daugirdas eingangs festgestellt. Der wissenschaftliche Vorstand der Johannes a Lasco Bibliothek eröffnete die letzte Sonntagsmatinée des Jahres mit einem Hinweis auf das „denkwürdige“ Jahr, das mit dem 30-jährigen Jubiläum der Bibliothek, einer spektakulären Ausstellung und gut besuchten Lesungen, „würdevoll“ begangen worden sei.

Die Matinée mit dem Titel „Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret!“, die dann von vier Solisten und vier Instrumentalisten gesungen und gespielt wurde, begann mit der wirkungungsvollen Motette „Das Volk, das im Dunkeln wandelt“ des Romantikers Albert Becker, wobei die Sängerinnen und Sänger von der großen Empore herab agierten.

Das nur gut dreiminütige geistliche Werk bezieht den Choral „Vom Himmel hoch“ mit ein und ist in einer Manier komponiert, die auf ältere musikalische Modelle zurückgreift. Mit der „Sonata Laetitiae“ von Pavel Vejvanovsky, einer ganz zauberhaften Musik, die an die „Sieben Freuden der Maria“ erinnert, bestimmte dann das Licht der Weihnacht ein Konzert, das durch seine sorgfältige Musikauswahl und die wunderbare Umsetzung durch das Ensemble bestach.

Natürlich gehörte auch ein kurzes Stück aus dem Bach’schen Weihnachtsoratorium zum Programm und führte das Licht-Motiv weiter: „Brich an, Du schönes Morgenlicht“. Giuseppe Brescianellos Sinfonia in D erhielt durch den Einsatz zweier Flöten einen besonderen Liebreiz, der noch intensiviert wurde in Claudio Monteverdis „Confitebor terzo alla francese“, einer wundersam berührenden und feinen geistlichen Musik, die durch die Stimmen von Vilma Pigagaitė (Sopran), Katharina Padrock (Alt), Jens Lauterbach (Tenor) und Daniel Kemminer (Baß) eine intensive Note erhielt.

Die Trio-Sonate in c-Moll von Johann Joachim Quanz ermöglichte Isabel Röbstorf (Barockoboe), Caroline Rohde (Blockflöte), Renate Mundi (Viola da Gamba) und Torsten Mann (Cembalo) ein längeres Instrumentalspiel, das aufgrund seiner Lebhaftigkeit und spielerischen Eleganz entzückte. „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Bach endete ein Konzert, das zu den schönsten der diesjährigen Adventszeit gehörte. Der engagierte Applaus des Publikums, das selber mit „Hört, der Engel helle Lieder“ zum Mitsingen gebeten wurde, sprach Bände.





