Acht Schenkungen für die Neue Galerie
Emden. Die Neue Galerie im Ostfriesischen Landesmuseum hat eine Schenkung des Künstlers Alfred Kaufner aus Leer erhalten. Der freischaffende Künstler ist ein Gestalter, der mit Licht und Glas arbeitet. Arbeiten von Kaufner sind derzeit in der Ausstellung „Fantasie und Wirklichkeit“ zu sehen. Die weiteren Arbeiten gehen in die „Stiftung bildende Kunst und Kultur in der deutsch-niederländischen Ems-Dollart-Region“ ein. Kuratorin Dr. Annette Kanzenbach hob bei der Übergabe hervor, dass die Arbeiten das künstlerische Schaffen Kaufners in Ergänzung zu den frühen Arbeiten, die mit der Sammlung Baumfalk 2011 an das Museum kamen, ergänzen. „Die neuen Werke zeigen überzeugend die konsequente Weiterentwicklung seines künstlerischen Weges.“

Besonders faszinierend seien Kaufners dreidimensionale Arbeiten, in denen er Glas mit stumpfen Materialien in einem spannungsvollen Wechselspiel zusammenbringe, auf diese Weise Licht mit gestalterischen Mitteln einfange und sichtbar mache. „Die Objekte zeichnet eine eigentümliche, stille und schlichte Ästhetik aus, mit der sie als ‚Inseln der Konzentration‘ zur Meditation einladen – und zum reflektierten Beobachten der Welt um uns herum.“ Kaufners Werke verlangten dem Betrachter Zeit ab.
In seinen dreidimensionalen Objekten kombiniere Alfred Kaufner lichtdurchlässiges Glas mit dichten, festen Materialien. So entstünden Kontraste, die „eine spannungsreiche Harmonie herstellen“. Ihre Erscheinung hänge dabei von einem veränderlichen Zusammenspiel der Dinge ab. In den Werken seien dies benachbarte Materialien, der Blickwinkel des Betrachters, der Winkel des Lichteinfalls und die davon abhängende farbige Intensität des Glases. An einem trüben Tag zeigten sich die Objekte anders als im hellen Sommerlicht oder in der Dämmerung. Kanzenbach: „Es wird nie langweilig vor diesen Objekten mit ihrem ‚eingefangenen Licht‘, die zugleich die unergründliche Tiefe für die Erfahrungen in der Welt vermitteln.“

Kaufners Werke trügen in der Regel keine Titel. „Es geht in ihnen um den Rhythmus von Farben und Strukturen, um den Gegensatz von Leichtigkeit und Schwere, um das Miteinander der eigentümlichen Materialien.“ Anders gehe Alfred Kaufner in seinen Arbeiten auf flachen Untergründen, meist festen Papieren vor. Nach einer Grundierung trage er mit einem Gemisch aus natürlichen Farbpigmenten, Glaspulver und Bindemitteln eine unregelmäßige, organisch anmutende Struktur auf, die ein leicht erhabenes Relief ausbildet. Im nächsten Arbeitsgang werde dünnflüssige, selbst gemischte Farbe aufgetragen, die der Künstler durch ein Bewegen des Objektes wieder ablaufen lässt. Auf dem Bildträger zeichneten sich Fließstrukturen ab, während sich die Farbe in unterschiedlicher Intensität im aufgetragenen Relief verfange.
Alfred Kaufner wurde 1949 in Leer geboren. Er studierte in Oldenburg Pädagogik und Chemie, in Lüneburg Physik. Schon in den 1980er Jahren begann er künstlerisch zu arbeiten. Zunächst entstanden Aquarelle. Bald experimentierte er mit den Möglichkeiten zur Gestaltung von Licht. Ab 1993 konzentrierte er sich auf seine Tätigkeit als freischaffender Künstler.
