Kategorie: Reportagen

Streiflichter der Aufklärung

Teil 4: Das aufklärerische Großprojekt, die „Encyclopédie“ Immanuel Kant, Philosoph der Aufklärung, Professor der Logik und Metaphysik in Königsberg, wurde vor 300 Jahren geboren und starb vor 220 Jahren. KiE würdigt den Wissenschaftler mit einer Serie, die ihn selbst, aber auch Zeitgenossen in den Blick nimmt und die Epoche anhand ihrer Theorien, Aussagen und Beiträge

Von der Freude am kreativen Gestalten

Emden. In der Hammerstraße macht’s die Mischung. Neben Wohnhäusern und Werkstätten von Handwerkern stehen ehemalige Industriegebäude. Vor einem dieser Gebäude geht es bunt zu. Statt eines Gartens gibt es Installationen, Riesenbilder und Natur in Töpfen, dazu eine große Terrasse. Dahinter ein Komplex, in den die Kunst im großen Stil eingezogen ist: Amuthon-Art. Hier fühlt sich

Es war die Stadt, die in ihm lebte

Am 9. Februar wäre der Journalist und Dichter Johann Friedrich Dirks 150 Jahre alt geworden. Eine Würdigung. Emden. Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er durch das alte Emden geht. Korrekter Herrenanzug, Manschettenknöpfe an den Bündchen des weißen Hemdes. Vatermörder mit karierter Krawatte, Hut, vielleicht auch ein Handstock. Ab und an bleibt er stehen.

Die Geschichte zweier Emder Uhren

Emden / Neuharlingersiel. Wiard Loesing ist Sammler von besonderen Uhren. Seine spezielle Neigung gehört den Turmuhren. Aber auch andere, ungewöhnliche Stücke sind eine Leidenschaft. „Ich beschäftige mich schon lebenslang mit Uhren“, sagt er und streift die an den Wänden seines Hauses in Neuharlingersiel hängenden Stücke mit liebevollem Blick. Begonnen hatte alles bei den Großeltern, die

Geheimnisvolle Gänge unter Emden

Emden. Vor 30 Jahren, 1993, gab es in Emden eine erregte Diskussion um Gänge, die von der ehemaligen Franziskaner-Kirche, die hinter dem Rathaus lag, bis zur Klunderburg und dann bis zur Großen Kirche und eventuell auch noch weiter bis zur Grafenburg und zur Alten Münze führen sollten. Es meldeten sich Zeitzeugen, die schworen, sie seien

Das vorbildliche Museum im Polder

Emden. Das Gebäude sieht unspektakulär aus. Eine Scheune aus den 60er Jahren. Doch wenn sich die Tür öffnet, ist es wie ein Zeitensprung zurück in die 20er, 30er, 40er Jahre. Für viele Menschen sind es Kindheit und Jugend, die hier lebendig werden, für andere ist es ein Blick zurück auf berufliche Tätigkeiten, die heute ganz

Ein Reisebericht als Fundstück in einer Truhe

Von Dr. Michael Weichenhan Emden. Seit einiger Zeit befinden sich die aus Kriegs- und Nachkriegswirren geretteten Überreste der einstigen Schlossbibliothek Ebersdorf, Residenz der thüringischen Grafschaft Reuß-Ebersdorf, im Besitz der Johannes a Lasco Bibliothek. Die bibliothekarische Erschließung der 2830 Bände ist mit Hilfe einer Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gerade abgeschlossen worden. Das erlaubt genauere Einblicke

Als das alte Emden starb

Am 6. September 1944 erlebte die Familie von Dr. Robert und Sonka Meyer den Angriff auf Emden hautnah mit. Wie so viele Berichte, die über den Angriff verfasst wurden, beginnt auch dieser mit der Idylle des warmen Spätsommertages. Doch schnell entfaltet Sonka Meyer, geborene Herlyn, ein ganzes Panorama von Gefühlen und Empfindungen, die mit diesem

„Geben Sie alles!“

Emden. Im Rahmen einer dreistündigen Zeremonie ist am Sonntag (27. August) der lutherische Regionalbischof Dr. Detlef Klahr von dem Bischof der Lutherischen Landeskirche Hannover, Ralf Meister, entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Martin-Luther-Kirche, Klahrs Predigtkirche, war voll besetzt, als der Gottesdienst mit dem „Grand Choeur Dialogué für Orgel und Bläserensemble“ von Eugen Gigout

Das ewig Weibliche …

Serie über die bibliophilen Schätze der Johannes a Lasco Bibliothek, Teil 14 Von Dr. Michael Weichenhan Emden. Die Reihe, die Bücherschätze der Johannes a Lasco-Bibliothek vorstellt, wird in den nächsten Beiträgen Frauengestalten in den Blick nehmen. Es geht in der Tat um Frauengestalten, nicht aber um Personen weiblichen Geschlechts, die irgendwann einmal gelebt haben mögen.

„Die Sprache des Glaubens ist die Poesie“

Am 27. August tritt Regionalbischof Dr. Detlef Klahr in den Ruhestand. Ein Gespräch zum Abschied über Struktur, Natur, Kultur Emden. Er ist ein Theologe mit vielen Aufgaben. Muss man ein strukturiert arbeitender Mensch sein, um alles zu bewältigen? Regionalbischof Dr. Detlef Klahr wiegelt ab. Er schätze sich eher als „erruptiv und innovativ“ ein. Seine Leidenschaft

Das Tempelchen mit dem spitzen Hut

Der Chinesentempel soll in das Projekt einer Kunstpromenade zwischen Bahnhof und Stephanplatz mit einbezogen werden (KiE berichtete). Der kleine Kiosk, den zuvor der Goldschmied Jörn Haut 17 Jahre lang als Präsentationsraum und Treffpunkt genutzt hat, ist ein Rondell, das nur wenig Platz bietet. Der 2018 verstorbene Kunsthistoriker Karl Arndt hat sich 2014 mit dem von

Neues wagen!

Aurich. 15 Jahre und acht Monate war Katrin Rodrian Leiterin der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft. Dann kündigte sie ihre Stelle. Die Corona-Pandemie hatte Zeit zum Nachdenken gegeben, und die leidenschaftliche Netzwerkerin hatte sich entschlossen, Neues zu wagen. Als Nachfolgerin von Uda von der Nahmer hatte man ihr gegenüber einst davon gesprochen, dass sie in „große

Löwenkopf-Suche weiterhin erfolgreich

Emden / Neermoor. Die Johannes a Lasco Bibliothek hat erneut zwei Hinweise bekommen, die sich auf den Fund von Löwenköpfen richten. Wie berichtet, versucht die Bibliothek, fehlende Schmuck-Elemente vom Grabmal Ennos II. aufzuspüren und setzt darauf, dass vorausdenkende Menschen solche Teile nach dem Krieg aus dem Trümmerschutt geborgen und damit gerettet haben. Bisher ist es

Die Wunder der Welt

Serie über die bibliophilen Schätze der Johannes a Lasco Bibliothek, Teil 11 Von Dr. Michael Weichenhan Emden. „Ich übergebe am späten Abend eines vielbewegten Lebens dem deutschen Publikum ein Werk, dessen Bild in unbestimmten Umrissen mir fast ein halbes Jahrhundert lang vor der Seele schwebte. In manchen Stimmungen habe ich dieses Werk für unausführbar gehalten:

Das Denkmal auf dem Dodendwenger

Teil 1 Heute vor 100 Jahren wurde ein Denkmal auf dem Emder Wall eingeweiht, das die Namen der gefallenen Emder Soldaten des Ersten Weltkriegs trägt. Was hat es auf sich mit diesem Gedenkstein? Wie kam er nach Emden? Wer hat ihn geschaffen? Was bedeutet die Bildhauerarbeit in seinem Rundbogen? Und vor allem: Wer hat das

Das Denkmal auf dem Dodendwenger

Teil 2 Der Gedenkstein auf dem Emder Wall wird heute 100 Jahre alt. Die Geschichte eines Denkmals. Theodor Allwardt ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur für den Sonderausschuss, sondern auch für den Magistrat tätig. Denn die Stadt betreibt parallel zu den Bemühungen des Ausschusses einen eigenen Plan für die Schaffung einer Ehrung für die Beamten,

Wer Proust liest, lernt sehen

Zum 100. Todestag des französischen Schriftstellers und Autors von „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ Von Dr. Michael Weichenhan Emden. Am 18. November 1922 starb Marcel Proust. Der Jahrestag gibt Gelegenheit, an den Schriftsteller zu erinnern, der ohne Zweifel zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts und der gesamten französischen Literatur gehört. Bekannt ist er

Neue ästhetische Strahlkraft

Emden. Die Restaurierung der beiden großen Rathaus-Gemälde des Malers Johannes Verhagen ist abgeschlossen. „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ und „Das Urteil des Salomo“, datiert 1577 und 1576, sind damit gesichert. „Jetzt sieht man auch, dass beide Bilder von ein und demselben Künstler gemalt wurden, und man erkennt ihre hohe künstlerische Qualität“, konstatiert Dr. Annette

„Wir verkaufen Freude!“

Der „Ostfriesische Kunsthandel Arians“ in Remels ist einen Besuch wert Remels. Das Gebäude liegt an der Hauptstraße und ist eigentlich ein Wohnhaus aus der Nachkriegszeit – wie viele andere auch in der Streusiedlung Remels mit ihren rund 3500 Einwohnern. Doch das besondere ist sein Inhalt. Denn es enthält einen beachtlichen Teil an Kulturhistorie Ostfrieslands. „Mein

Ein Philosoph, den man wirklich gelesen hat

Serie über die Schätze aus der Johannes a Lasco Bibliothek, Teil 10 Von Dr. Michael Weichenhan Emden. Sechs kleine Bände, im Reclam-Oktavformat 10 x 15,8 Zentimeter: „Arthur Schopenhauers Sämtliche Werke in sechs Bänden“. Das Erscheinungsjahr fehlt, die Ausgabe, die sich im Besitz der Johannes a Lasco-Bibliothek befindet, stammt von 1924, wie aus dem handschriftlichen Eintrag

Die Ästhetik banaler Dinge

Bunde. Das Atelier von Ulrich Schnelle liegt unter dem Scheunendach seines Hofes in Boen, einem Ortsteil von Bunde. Draußen rauscht der Verkehr vorbei, im Arbeitsraum aber ist es ruhig und hell. Schnelle malt in Öl auf Leinwand. Farbtuben sind überall zu finden. In einer Ecke stehen Kartons mit einem Teil seiner Werke, streng nach Rahmengröße

Uli und seine Schmusekugel

Das Elektrogefährt und sein Fahrer sind Sonntag in einer TV-Doku zu sehen Emden. Uli Goebel (84) benötigte Anfang des Jahres ein neues Fahrzeug. Und weil der Vorsitzende der Emder Shanty Gruppe praktisch veranlagt ist, bestellte er sich statt eines Automobils einen stabilen Elektro-Kabinenroller, der ihn nun mit 45 Kilometern in der Stunde durch Emden chauffiert

Die Amtskette der Stadt und ihrer Bürger

Auf den Spuren eines historischen Repräsentationsobjektes Emden. Goldschmiedemeister Franz Richter (1871 bis 1931) sitzt in seinem Emder Atelier und arbeitet. Er hat ein höchst diffiziles Stück auf dem Tisch, das seine ganze Konzentration erfordert, weil es so bedeutsam ist. Richter hat den Auftrag erhalten, für den Kaiser-Besuch eine Amtskette für den ersten Repräsentanten der Stadt,

Die vier Lebensalter

Das Projekt „Kunst am Bau“ zur Unterstützung bildender Künstler gibt es schon seit 1919. Im Jahr 1950 sprach sich der Deutsche Städtetag dafür aus, bei allen Bauaufträgen des Bundes grundsätzlich einen Betrag von mindestens ein Prozent der Bauauftragssumme für Kunst zu investieren. Auch in Emden verfuhr man so. Diese Serie stellt einige der künstlerischen Ideen,

Sichern und Bewahren

Emden. Die Johannes a Lasco Bibliothek bietet Kirchengemeinden in Ostfriesland einen besonderen Service an. Sie übernimmt deren Alt-Archive, um historische Kirchen-, Kirchenrechnungs- und Urkundenbücher, Sterberegister, Tauf- oder Ehelisten, aber auch Schulakten dauerhaft zu sichern und zu bewahren. Bislang übernommene Archive sind die der reformierten Gemeinden Borssum, Jemgum, Marienchor und Böhmerwold. Schon vor Jahren kamen die

„Herma kann schauspölen!“

Aurich. Herma Cornelia Peters ist hochgradig theater-affin. Die Theaterpädagogin, Theatergründerin und Bühnenleiterin steht seit 1988 selber immer wieder auf der Bühne und spielt – vorwiegend auf Plattdeutsch. Ihre Neigung zum Theater ist also latent vorhanden. Nur hat sie eine Richtung genommen, die nicht selbstverständlich ist. Denn die gebürtige Uthwerdumerin beschäftigt sich in spezieller Weise mit

Groß – größer – Polderhof

Am Sonntag enden die „Gezeiten“ mit dem Abschlusskonzert auf dem Friesenpferdegestüt Brümmer. Ein Blick auf die Vorbereitungen Bunderhee. Helmuth Aiso Brümmer ist sicher: „Die Jungs schaffen das!“ Die „Jungs“ sind Mitarbeiter des Friesenpferdegestüts Polderhof in Bunderhee. Die Männer sind damit beschäftigt, 1300 Stühle in minutiöser Kleinarbeit aufzustellen, und sie messen mit dem Zollstock nach, damit

Erinnernd, erkundend, in wehmütigem Schmerz

Emden. Ein Bildband und ein Prosawerk – und beides handelt von demselben Menschen – dem Emder Heinrich Wehkamp (1914 bis 2003), Schriftsetzer, Grafiker, Designer, Maler, Zeichner, und seiner Familie. Geschrieben und herausgegeben wurden die beiden Bände vom Sohn, Professor Dr. Dr. Karl-Heinz Wehkamp (Bremen). Bemerkenswert: Beide Bücher führen auf ihre Art in das alte Emden

In entrückte Zeiten und an ferne Orte

Serie über die Schätze aus der Johannes a Lasco Bibliothek, Teil 8 Von Dr. Michael Weichenhan Emden. Bücher zu lesen erweitert buchstäblich den Horizont. Sie lassen in längst vergangene Zeiten reisen und an weit entfernte Orte. Lesend kann man zum Weltbürger werden. Ein Buch, das seine Leser in entrückte Zeiten und an ferne Orte entführt,